Mit Recovery Einstein sprechenSie sind nicht allein – Tag und Nacht

Die Zwölf Traditionen

Die Langform der Zwölf Traditionen, wie sie im Blauen Buch steht (Alcoholics Anonymous, 4. Auflage, S. 563–566), im Wortlaut der deutschsprachigen AA.

  1. Jeder einzelne Alkoholiker ist nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen. Die Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker muss weiter bestehen, sonst werden die meisten von uns sterben. Darum steht unser gemeinsames Wohlergehen an erster Stelle, das Wohlergehen des Einzelnen aber kommt sofort danach.
  2. Für den Sinn und Zweck unserer Gruppe gibt es nur eine höchste Autorität – einen liebenden Gott, wie Er sich in dem Gewissen unserer Gruppe zu erkennen gibt.
  3. Zu den Anonymen Alkoholikern gehören alle, die unter dem Alkoholismus leiden. Wir können niemanden zurückweisen, der genesen möchte. Die Zugehörigkeit zu den AA sollte niemals von Geld oder Meinungsgleichheit abhängig gemacht werden. Wenn sich zwei oder drei Alkoholiker treffen, um über ihre Nüchternheit zu reden, können sie sich AA-Gruppe nennen, vorausgesetzt, dass sie als Gruppe keine andere Bindung eingehen.
  4. In ihren eigenen Angelegenheiten sollte jede AA-Gruppe selbstständig sein und keine andere Autorität als das eigene Gruppengewissen haben. Wenn eine Gruppe sich auch noch um das Wohlergehen der benachbarten Gruppen kümmert, sollte das gemeinsam beraten werden. Keine Gruppe, kein Komitee, kein Einzelner sollten jemals etwas tun, das die Gemeinschaft der AA als Ganzes angeht, ohne sich vorher mit den Vertrauensleuten des Gemeinsamen Dienstausschusses abgesprochen zu haben. Unser gemeinsames Wohlergehen steht an erster Stelle.
  5. Jede Gruppe der Anonymen Alkoholiker sollte bestrebt sein, in spiritueller Übereinstimmung nur ein Hauptziel zu haben, die Botschaft an Alkoholiker weiterzugeben, die noch leiden.
  6. Geld-, Besitz- und Autoritätsprobleme können uns leicht von unserem wichtigen spirituellen Ziel ablenken. Darum meinen wir, dass größere Besitztümer, die durch die Gemeinschaft der AA genutzt werden, separat geführt und verwaltet werden sollen, damit Materielles von Spirituellem getrennt wird. Eine AA-Gruppe sollte niemals Geschäfte machen. Untergeordnete Einrichtungen, die für die Gemeinschaft der AA nützlich sein könnten, wie Klubs, Krankenhäuser, bei denen die Besitzverhältnisse geregelt und die Verwaltung gewährleistet sein muss, sollten selbstständig und separat geführt werden. Wenn nötig, sollten sich die Gruppen von solchen Einrichtungen ungehindert trennen können. Diese Einrichtungen sollten niemals den Namen AA tragen. Die Geschäftsführung sollte nur denen gegenüber verantwortlich sein, die das Unternehmen finanzieren. In derartigen Klubhäusern werden vorzugsweise Anonyme Alkoholiker als Geschäftsführer eingestellt. Doch Krankenhäuser und andere Genesungsheime müssen medizinisch überwacht werden; die Leitung sollte nichts mit den AA zu tun haben. Obwohl jede AA-Gruppe mit anderen zusammenarbeiten kann, sollte aus der Zusammenarbeit niemals eine Verbindung oder Unterstützung einer anderen Organisation werden. Eine AA-Gruppe kann sich an keine andere außenstehende Gruppe binden.
  7. AA-Gruppen sollten sich vollkommen selbst erhalten durch freiwillige Spenden ihrer eigenen Mitglieder. Nach unserer Ansicht sollte jede Gruppe diesen Idealzustand erreichen; jede öffentliche Sammlung unter dem Namen Anonyme Alkoholiker ist sehr gefährlich, ob sie nun von Gruppen, Klubs, Krankenhäusern oder außenstehenden Einrichtungen durchgeführt wird. Die Annahme größerer Geschenke oder Spenden, die mit irgendeiner Verpflichtung verbunden sind, ist unklug. Wir beobachten auch mit Sorge die Kassierer innerhalb unserer Gemeinschaft, die neben einer vernünftigen Reserve Gelder horten für neben dem festgeschriebenen AA-Ziel liegende Zwecke. Erfahrung lehrt und warnt uns, dass nichts unser spirituelles Erbe so endgültig zerstören kann wie unnötiger Streit um Besitz, Geld und Macht.
  8. Die Tätigkeit innerhalb der Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker sollte immer ehrenamtlich sein. Unter professionellen Tätigkeiten verstehen wir die Ausübung eines Berufes als Berater für Alkoholiker gegen Entgelt. Wir können jedoch Alkoholiker einstellen, die mit Aufgaben betraut werden, für die wir sonst Nichtalkoholiker einstellen müssen. Diese Dienstleistungen werden gut bezahlt. Doch unsere normale Arbeit im Zwölften Schritt wird niemals bezahlt.
  9. Jede AA-Gruppe braucht ein Mindestmaß an Organisation. Rotation in der Führung ist am besten. In einer kleinen Gruppe kann ein Sekretär (Gruppensprecher) gewählt werden, in einer größeren ein sogenanntes Rotationskomitee. Gruppen, die für ein bestimmtes Stadt- oder Landgebiet zuständig sind, wählen eine City-, Landes- oder Intergruppe. Sie haben häufig einen fest angestellten Mitarbeiter. Die Vertrauensleute des Gemeinsamen Dienstausschusses bilden das Dienstkomitee der AA. Sie sind die Wächter über unsere Traditionen und die Verwalter freiwilliger Spenden von Anonymen Alkoholikern oder deren Gruppen. Mit diesen Spenden wird das gemeinsame Dienstbüro in New York unterhalten. Die Vertrauensleute haben die Vollmacht der Gruppen, die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen, und sie garantieren für die Integrität unserer hauptsächlichen Zeitschrift, „AA-Grapevine“. Als solche Vertreter sehen sie in ihrer Tätigkeit eine dienende Aufgabe. Die wahren Führer unserer Gemeinschaft sind vertraute und erfahrene Diener des Ganzen. Aus ihrer Tätigkeit leiten sie keine Autorität ab; sie regieren nicht. Der ihnen allgemein entgegengebrachte Respekt ist der Schlüssel ihres nutzvollen Wirkens.
  10. Keine AA-Gruppe und kein einzelner Anonymer Alkoholiker sollten je im Namen der AA irgendeine Meinung zu Fragen außerhalb der Gemeinschaft äußern, besonders dann nicht, wenn es sich um Politik, um Alkoholdiskussionen oder um religiöse Streitfragen handelt. Die Gruppen der Anonymen Alkoholiker stehen zu niemandem in Opposition. Sie können demnach in solchen Angelegenheiten keine Ansichten äußern.
  11. Bei unseren Beziehungen zur Öffentlichkeit sollte unsere persönliche Anonymität gewahrt bleiben. Nach unserer Ansicht sollte die Gemeinschaft der AA auf sensationsheischende Reklame verzichten. Unsere Namen und Fotos sollten nicht im Zusammenhang mit den AA durch Radio, Film und Presse bekannt gemacht werden. Unsere Beziehung zur Öffentlichkeit stützt sich mehr auf Anziehung als auf Werbung. Es besteht keine Veranlassung, uns selbst anzupreisen. Wir fühlen uns wohler, wenn unsere Freunde für uns sprechen.
  12. Und schließlich glauben wir Anonymen Alkoholiker, dass das Prinzip der Anonymität von ungeheurem spirituellem Wert ist. Wir werden daran erinnert, Prinzipien über Personen zu stellen. Wir müssen echte Demut beweisen. Die uns zuteilgewordene große Gnade sollte uns nie überheblich werden lassen. Wir sollten immer in Dankbarkeit an IHN denken, der über allem steht.

Kurzform und Langform nebeneinander →

Die Zwölf Konzepte für den Weltdienst

Die Konzepte beschreiben, wie die Weltdienststruktur der AA funktioniert – vom Gruppengewissen bis zum Gemeinsamen Dienstausschuss. Verfasst von Bill W. im Jahr 1962.

  1. Die letzte Verantwortung und die höchste Autorität für die AA-Weltdienste liegen stets im gemeinsamen Gewissen unserer gesamten Gemeinschaft.
  2. Die Gemeinsame Dienstkonferenz der AA ist in praktisch allen Weltdienstbelangen die hörbare Stimme und das wirkende Gewissen unserer ganzen Gemeinschaft.
  3. Wir empfehlen, alle AA-Elemente mit einer traditionellen „Entscheidungsbefugnis“ auszustatten, um eine wirksame Führung zu sichern: die Konferenz, den Gemeinsamen Dienstausschuss und seine Dienstunternehmen, Angestellte, Ausschüsse und Sachbearbeiter.
  4. Alle Verantwortungsebenen erhalten einen traditionellen „Mitwirkungsanspruch“, der jedem ein Stimmrecht in angemessenem Verhältnis zu seiner jeweiligen Verantwortung einräumt.
  5. In unserer gesamten Struktur herrsche ein traditionelles „Einspruchsrecht“, damit Meinungen von Minderheiten Gehör finden und individuelle Beschwerden sorgfältig erwogen werden.
  6. Die Konferenz erkennt an, dass die hauptsächliche Initiative und aktive Verantwortung für fast alle Weltdienstangelegenheiten bei den treuhänderischen Konferenzmitgliedern liegen, wenn sie in ihrer Funktion als Gemeinsamer Dienstausschuss der Anonymen Alkoholiker handeln.
  7. Die Charta und die Satzung des Gemeinsamen Dienstausschusses sind Geschäftsordnungsurkunden: Sie ermächtigen die Treuhänder, die Weltdienstaufgaben zu leiten und durchzuführen. Die Konferenzcharta ist kein Geschäftsordnungsdokument; sie stützt sich auf die Tradition und die AA-Kasse, um letztlich wirksam zu werden.
  8. Die Treuhänder sind die Hauptplaner und -verwalter für Grundsatz- und Finanzfragen, soweit diese die Gemeinschaft als Ganzes betreffen. Sie beaufsichtigen die eigenständig eingetragenen und dauerhaft aktiven Dienstunternehmen treuhänderisch durch ihre Ermächtigung, alle Vorstände dieser Institutionen zu ernennen.
  9. Gute Dienstführung auf allen Ebenen ist unerlässlich für unsere zukünftige Funktionsfähigkeit und Sicherheit. Die ursprünglich von den AA-Gründern ausgeübte höchste Weltdienstführung muss zwangsläufig von den Treuhändern übernommen werden.
  10. Jede Dienstverantwortung sei mit der ihr entsprechenden Dienstautorität verbunden. Der Autoritätsbereich muss genau abgegrenzt sein.
  11. Die Treuhänder brauchen stets bestmögliche Ausschüsse, Geschäftsführende Dienstdirektoren, leitende Angestellte, Sachbearbeiter und Berater. Zusammensetzung, Qualifikation, Berufungsmodalitäten sowie Rechte und Pflichten sind stets Gegenstand sorgfältiger Überlegung.
  12. Die Konferenz befolge den Geist der AA-Tradition und achte darauf, dass sie niemals Sitz von gefährlichem Reichtum oder Macht wird; genügende Betriebsmittel und Rücklagen seien ihr umsichtiges Finanzprinzip; kein Konferenzmitglied darf in eine uneingeschränkte Machtstellung über ein anderes gesetzt werden; alle wichtigen Entscheidungen werden durch Aussprache, Abstimmung und, wenn irgend möglich, mit wesentlicher Einigkeit herbeigeführt; keine ihrer Maßnahmen darf jemals eine persönliche Bestrafung darstellen oder Anlass zu öffentlicher Auseinandersetzung bieten; sie übt niemals Hoheitsrechte aus; wie die Gemeinschaft, der sie dient, bleibt sie in ihrem Denken und Handeln stets demokratisch.

Tiefer gehen mit Recovery Einstein

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Jeden Tag neu: Recovery Einstein sieht das Thema der AA-Gedanken zum Tag jeden Tag mit dem Blauen Buch an — mit Seitenangaben und einer Frage zum Nachdenken. Einsteins tägliche Sicht aus dem Blauen Buch lesen →